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Italien - 22. & 23.06.2026 - Halbinsel Monte Argentario

  • Autorenbild: Bummelroute
    Bummelroute
  • vor 4 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit


MacGyver, Hitzeflucht, Ghostbusters und die Offroad-Hölle von Monte Argentario


Bevor wir zum heutigen Ausflug kommen, müssen wir noch kurz über die gestrige Episode von “MacGyver – Camping Edition” berichten.


Denn gestern Morgen beschloss unser Wohnwagen spontan, dass Türen völlig überbewertet sind.



Der verschwundene Knopf


Cindy wollte gestern Morgen die Tür zum Badezimmer öffnen.


Wobei Badezimmer aktuell nicht ganz korrekt ist.

Momentan dient dieser Raum hauptsächlich als Abstellkammer ohne WC (haben wir aus Platzgründen ausgebaut)


Um die Tür zu öffnen, muss ein kleiner Druckknopf betätigt werden.

Dieser hatte zwar schon länger leichte Alterserscheinungen gezeigt, doch gestern Morgen verabschiedete er sich endgültig.

Drücken.

Knacks.

Und weg war er.

Einfach verschwunden.

Der Knopf versank im Inneren der Tür und liess sich nie wieder blicken.

Die Tür?

Natürlich weiterhin verriegelt.

Perfekt.


Genau so startet man gerne in den Tag.


Nicht verzagen – Martin MacGyver fragen


Während Cindy bereits überlegte, ob das Badezimmer künftig einfach dauerhaft geschlossen bleibt, aktivierte Martin seinen inneren MacGyver.


Werkzeugkoffer aus dem Auto.

Kurze Lagebeurteilung.

Ein paar mysteriöse Geräusche.

Etwas Fluchen.

Noch mehr Werkzeug.

Und kurze Zeit später war die Tür tatsächlich wieder offen.

Problem gelöst. Naja. Fast.


Denn bis zur Heimreise die Tür einfach anzulehnen war zwar eine Lösung.

Aber eben keine gute.


Mit Klebeband zukleben wollten wir ebenfalls nicht.

Nicht dass beim Entfernen gleich das halbe Furnier mitkommt und wir zuhause erklären müssen, warum unser Wohnwagen plötzlich im Used-Look daherkommt.



Der Campingladen des Vertrauens


Also wurde Google konsultiert.

Nur sechs Minuten vom Campingplatz entfernt fanden wir einen Campingzubehör-Shop mit eigener Werkstatt:



Also Druckknopfzylinder eingepackt.

Schrauben zusammengesucht.

Ab ins Auto.

Und was sollen wir sagen?

Der Laden ist ein kleines Paradies für Camper.

Keine schlechte Auswahl. Mehr oder weniger gut sortiert.


Und selbstverständlich lag auch genau unser Ersatzteil im Regal.

Manchmal hat man einfach Glück.


Während wir durch den Laden schlenderten, fiel uns noch etwas ein.


Unsere Trittstufe hatte nämlich vor einiger Zeit beschlossen, ihre Karriere zu beenden.

Mitten durchgebrochen.

Eigentlich stand Ersatz erst zuhause auf der Einkaufsliste.

Aber wenn man schon mal hier ist…

…kann man das auch gleich erledigen.



Zurück auf dem Campingplatz machte sich Martin erneut ans Werk.

Keine halbe Ewigkeit später war der neue Türdrücker eingebaut.

Funktioniert.

Hält.

Sieht aus wie neu.


Schon praktisch, wenn man einen Heimwerker zuhause hat, der Dinge repariert, bevor man überhaupt weiss, wie das Problem genau entstanden ist.




Flucht vor der Hitze


Am Nachmittag lungerten wir dann bei gemütlichen 37 Grad auf dem Campingplatz herum.

Also eigentlich schmolzen wir langsam vor uns hin.


Parallel versuchten wir, Woody irgendwie auf Betriebstemperatur zu halten.

Da entstand die Idee für den nächsten Tag:


Einfach mit Klimaanlage durch die Gegend fahren.


Nicht besonders umweltfreundlich.

Aber deutlich gesundheitsfreundlicher.


Also beschlossen wir eine kleine Inselrundfahrt zu machen.


Unser Ziel:

Die Halbinsel Monte Argentario bei Orbetello. Ursprünglich war Monte Argentario tatsächlich einmal eine Insel und wurde erst später durch natürliche Sanddämme mit dem Festland verbunden. Heute gilt die Halbinsel als einer der schönsten Küstenabschnitte der südlichen Toskana.



Traumstrassen Richtung Süden


Der erste Teil der Reise verlief angenehm unspektakulär.

Etwa eineinhalb Stunden über Autobahn und Schnellstrassen.


Kurz hinter Fonteblanda wurde die Landschaft dann immer beeindruckender.

Rechts der Strasse reiht sich Campingplatz an Campingplatz.

Dazwischen traumhafte Strände.

Pinienwälder.

Das Meer.

Postkartenmotive ohne Ende.


Wir ertappten uns mehrmals beim Gedanken:

“Vielleicht fahren wir das nächste Mal einfach hierhin.”


Der einzige Nachteil:

Die Schnellstrasse verläuft teilweise direkt daneben.

Wer also absolute Ruhe sucht, sollte vielleicht lieber ein paar Meter Abstand gewinnen.



Italienische Riviera zum Verlieben


Auf Monte Argentario angekommen eröffnete sich plötzlich eine völlig andere Welt.

Steile Klippen.

Türkisblaues Meer.

Kleine Buchten.

Restaurants direkt am Wasser.

Yachten.

Palmen.


Und dieses typisch italienische Küstenflair, das aussieht, als hätte jemand einen romantischen Sommerfilm gedreht.


Oder sollen wir man hier hin?




Das Navi hatte andere Pläne


Wir wollten einmal gemütlich rund um die Halbinsel fahren.

Das Navi wurde entsprechend programmiert.

Und wie immer vertrauten wir ihm blind.

Ein Fehler.

Ein grosser Fehler.

Zunächst war alles wunderbar.

Schöne Strassen.

Tolle Aussicht.

Wenig Verkehr.

Dann wurde die Strasse schmaler.

Noch schmaler.

Noch schmaler.

Irgendwann war sie ungefähr so breit wie unser Auto.

Das Navi blieb jedoch optimistisch.

“Bitte weiterfahren.”

Also fuhren wir weiter.

Spitzkehre links.

Spitzkehre rechts.

Noch eine.

Und noch eine.

Dann passierte es.


Willkommen auf der Rallye-Strecke

Plötzlich hörte der Asphalt auf.

Einfach so.

Ende.

Aus.

Vorbei.

Vor uns lag nur noch Schotter.

Und zwar nicht die gemütliche Sorte.

Die Strasse verwandelte sich in eine Sammlung von Löchern, Furchen, Steinen und Geröll.

Manche Schlaglöcher wirkten gross genug, um kleinere Fahrzeuge vollständig zu verschlucken.

Okay.

Vielleicht leicht übertrieben.

Aber angenehm war anders.


Zum Glück waren wir mit dem Pickup unterwegs.

Und zum noch grösseren Glück sass Martin am Steuer.


Mit erstaunlicher Gelassenheit navigierte er unser Gefährt durch diese Offroad-Passage.

Gegenverkehr hatten wir übrigens keinen.

Was wenig überrascht.

Wir vermuten bis heute, dass nicht einmal die Einheimischen freiwillig dort entlangfahren.


Wieder zurück bei den Lebenden

Irgendwann tauchte tatsächlich wieder Asphalt auf.

Noch nie haben wir normalen Strassenbelag mit so viel Freude betrachtet.


Kurz darauf erreichten wir wieder die Zivilisation.

Mit allen vier Rädern.

Ohne Bergung.

Und ohne Abschleppdienst.

Ein voller Erfolg.




Unser Fazit


Falls ihr Monte Argentario besucht:

Die Halbinsel selbst ist absolut traumhaft.


Die Landschaft ist wunderschön.

Die Küstenstrassen bieten fantastische Ausblicke.

Die kleinen Orte haben jede Menge Charme.


Aber:

Wenn euch das Navi auf irgendwelche abgelegenen Bergwege schicken will, prüft vorher besser zweimal, was es da genau vorhat.


Oder nehmt ein Fahrzeug mit etwas Bodenfreiheit.

Und Freude an Offroad-Abenteuern.


Wir würden jedenfalls sofort wiederkommen.

Auf die Halbinsel.

Nicht zwingend auf die Schotterpiste.




Die Ghostbusters hatten offenbar einen schlechten Tag


Auf dem Heimweg legten wir an einer Raststätte noch einen kurzen Halt ein.

Eigentlich nichts Besonderes.


Doch dann entdeckten wir etwas Unerwartetes.

Auf einem Transportlastwagen stand tatsächlich ein Fahrzeug, das uns irgendwie bekannt vorkam.

Weiss.

Amerikanisch.

Mit dem typischen Dachaufbau.

Und trotz seines Zustands unverkennbar:


Ein Ghostbusters-Auto!!

Oder zumindest das, was davon noch übrig war.

Denn bei genauerem Hinsehen wurde klar: Die berühmten Geisterjäger hatten offenbar schon bessere Tage erlebt.


Der Wagen stand nicht ohne Grund auf dem Lastwagen.

Aus eigener Kraft wäre der vermutlich keinen Meter mehr gefahren.

Die Karosserie war an vielen Stellen stark verrostet. Der Lack hatte seine besten Zeiten längst hinter sich und das ganze Fahrzeug wirkte, als hätte es die letzten Jahrzehnte in einer vergessenen Scheune, einem Sumpf oder vielleicht sogar in einer Geisterdimension verbracht.


Je länger wir das Auto betrachteten, desto mehr Fragen tauchten auf.

War das ein originales Filmrequisit?

Eine alte Fan-Nachbildung?

Oder hatten die Ghostbusters tatsächlich ihren letzten Einsatz etwas zu optimistisch geplant?


Vielleicht war der Wagen gerade auf dem Weg zu einer Restaurierung.

Vielleicht zu einem Sammler?

Oder vielleicht hatte er gerade seinen letzten Geist gejagt und dabei endgültig kapituliert.


Man weiss es nicht.


Fest steht nur:

Während wir uns über ein paar Schlaglöcher auf Monte Argentario beschwerten, hatte dieses Fahrzeug offensichtlich deutlich härtere Abenteuer hinter sich.


So wurde unser Tag doch noch mit einer Begegnung der etwas anderen Art beendet.

Nicht mit einem Geist.

Aber immerhin mit einem ziemlich angeschlagenen Geisterjäger.


Und ganz ehrlich:

Ein rostiger Ecto-1 auf einem Lastwagen sieht man auf einer italienischen Raststätte vermutlich genauso selten wie ein Navi, das konsequent nur gute Strassen auswählt.


312 km Abendteuer kurz im Streckenvideo zusammengefasst:



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