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Italien - 16.06.2026 - Siena

  • Autorenbild: Bummelroute
    Bummelroute
  • 17. Juni
  • 5 Min. Lesezeit


Siena – „Siena isch schön, hends gseit.“ Und sie hatten verdammt recht.


Bevor wir überhaupt an eine Tagesplanung dachten, wurde wie immer zuerst der Wetterbericht konsultiert.

Die Prognose war eindeutig: Heiss. Sehr heiss.

Und die kommenden Tage sollten noch heisser werden.

Deshalb beschlossen wir, Siena lieber jetzt zu besuchen, bevor wir uns bei 38 Grad freiwillig in ein Freilichtmuseum verwandeln.


Und wie wir später feststellen sollten, war das eine ausgezeichnete Idee.


Denn wie hiess es schon von mehreren Seiten:


Siena isch schön - hends gseit.
Siena müender go aluege - hends gseit.


Und ausnahmsweise hatten alle recht.

Siena gehört definitiv zu den schönsten Ortschaften, die wir bisher auf unseren Ferien-Bummelrouten gesehen haben.



Die Anreise – Postkartenidylle trifft Bandscheiben-Teststrecke


Abfahrt war um 08:30 Uhr.

Laut Navi dauert die Fahrt rund zwei Stunden.

Das Navi hatte allerdings beschlossen, dass die kürzeste Strecke selbstverständlich die beste Strecke sei.

Autobahn? Pfff.

Völlig überbewertet.

Also ging es über Landstrassen quer durch die Toskana.


Zugegeben:

Die Landschaft war ein absoluter Traum.

Vorbei an endlosen Olivenhainen.

Vorbei an wunderschönen toskanischen Weingütern.

Vorbei an den berühmten, von Zypressen gesäumten Alleen, die man sonst nur auf Kalenderbildern sieht.

Dazwischen leuchteten farbenfrohe Oleandersträucher um die Wette.


Kurz gesagt:

Die Toskana zeigte sich von ihrer schönsten Seite.



Und dann plötzlich…


…tauchten verlassene Industrieanlagen auf.


Rostige Hallen. Verfallene Gebäude. Leere Fabriken.


Es wirkte stellenweise wie eine Filmkulisse für die italienische Version von “The Walking Dead”.

Nur ohne Zombies. 🧟‍♂️🧟‍♀️

Zumindest haben wir keine gesehen.



Kurven, Volterra und beinahe ein Schleudertrauma


Die Route führte uns anschliessend über eine kurvige Bergstrasse hinauf nach Volterra.

Eine Kurve links. Eine Kurve rechts.

Noch eine Kurve. Und nochmals eine.

Irgendwann hatten wir das Gefühl, unser Navi spiele heimlich Mario Kart.


Oben angekommen begrüsste uns die historische Porta all’Arco.



Dieses imposante Stadttor stammt noch aus der Zeit der Etrusker und ist über 2000 Jahre alt. Es gilt als eines der besterhaltenen etruskischen Stadttore Italiens und markiert bis heute den Eingang zur Altstadt von Volterra.

Eigentlich absolut sehenswert.


Aber unser Tagesziel hiess Siena.


Also wurde das Stadttor kurz bewundert und anschliessend weitergefahren.


Eine Entscheidung, die unsere Halswirbelsäule später bereuen sollte.

Denn die Strassen verwandelten sich zunehmend in eine Mischung aus Asphalt und archäologischer Ausgrabungsstätte.

Schlagloch hier. Schlagloch dort. Schlagloch überall.


Als wir schliesslich in Siena ankamen, waren wir bereits leicht nudelfertig.



Parkhaus mit Luxusfunktion


In Siena steuerten wir das Parkhaus Santa Caterina an.


Eine hervorragende Wahl.

Das Parkhaus verfügt über mehrere Ebenen, darunter zwei Tiefgarageebenen und ein offenes Parkdeck.

Wer früh unterwegs ist, findet problemlos einen Platz.

Als wir ankamen, hatte es noch genügend freie Parkmöglichkeiten.

Später standen die Fahrzeuge allerdings bereits bis zur Strasse hinaus an.

In der Hauptsaison dürfte es sich also lohnen, möglichst früh anzureisen.


Auch hier können Telepass-Besitzer entspannt ein- und ausfahren.

Technik kann manchmal wirklich etwas Schönes sein.


Da es im Parkhaus angenehm kühl war, durfte Woody dort eine kleine Pause einlegen.




Rolltreppen direkt in die Altstadt


Nach dem Verlassen des Parkhauses folgten wir der Beschilderung Richtung Altstadt.


Und dann kam die Überraschung des Tages:

Rolltreppen.

Viele Rolltreppen. Mehrere hintereinander.


Sie transportieren Besucher bequem vom unteren Stadtbereich direkt hinauf zur Altstadt.


Ganz ehrlich:

So etwas haben wir bisher noch nirgendwo gesehen.

Wer auch immer diese Idee hatte, verdient einen Orden.

Oder mindestens einen grossen Cappuccino.




Die Kathedrale von Siena


Kaum oben angekommen, standen wir bereits mitten im historischen Zentrum.


Unser erster Halt war die beeindruckende Kathedrale von Siena.

Schon von aussen ist der Dom ein absolutes Meisterwerk. Die Fassade aus weissem, schwarzem und grünlichem Marmor zieht sofort alle Blicke auf sich.

Auch das Innere soll atemberaubend schön sein. Besonders berühmt sind die kunstvollen Marmorböden, die Säulen und die zahlreichen Kunstwerke.


Für die Besichtigung wird allerdings Eintritt verlangt.


Da wir eher zur Kategorie “Schauen wir mal kurz” gehören als zur Kategorie “Drei Stunden Kulturprogramm”, verzichteten wir auf das Anstehen.

Beim Ausgang konnten wir dennoch einen kurzen Blick hineinwerfen.

Und wow.

Selbst dieser kleine Blick reichte aus, um zu staunen.

Wirklich beeindruckend.


Da wir die eingesparte Wartezeit sinnvoll nutzen wollten, gönnten wir uns direkt gegenüber einen Cappuccino.


Vier Euro.


Direkt vor einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Italiens.

Ehrlich gesagt hatten wir Schlimmeres erwartet.




Der Moment, wenn sich plötzlich die Piazza öffnet


Anschliessend schlenderten wir planlos durch die verwinkelten Gassen.

Überall kleine Geschäfte.

Souvenirshops. Handwerkskunst. Kleiderläden.

Kleine Cafés.

Und ständig neue Fotomotive.



Dann passierte etwas, das man in Siena fast nicht beschreiben kann.

Man läuft durch eine enge Seitengasse.

Noch eine.

Dann nochmals eine.


Und plötzlich öffnet sich vor einem aus dem Nichts die riesige Piazza del Campo.



Als würde Moses persönlich die Häuserreihen teilen.


Der Platz gehört zu den berühmtesten Plätzen Italiens und ist für seine muschelförmige Gestaltung bekannt. Zweimal jährlich findet hier das legendäre Pferderennen “Palio di Siena” statt, bei dem die verschiedenen Stadtviertel gegeneinander antreten.

Rund um den Platz reihen sich Restaurants, Cafés und historische Gebäude aneinander.


Besonders beeindruckend ist der Palazzo Pubblico, das historische Rathaus von Siena. Das imposante Backsteingebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert und gilt als eines der bedeutendsten Beispiele gotischer Architektur in Italien.



Direkt auf dem Platz befindet sich ausserdem der wunderschöne Fonte Gaia, ein kunstvoll gestalteter Brunnen, der seit Jahrhunderten das Zentrum der Piazza schmückt.




Aussicht statt Markttreiben


Unser weiterer Weg führte uns zum Antico Mercato, dem ehemaligen Marktbereich.

Heute war dort zwar nicht viel los.


Dafür wurden wir mit einer fantastischen Aussicht über die umliegende Landschaft belohnt.

Und manchmal ist eine schöne Aussicht sowieso mehr wert als zehn Souvenirstände.




Weitere Tipps für Siena

Wer mehr Zeit mitbringt, sollte sich folgende Sehenswürdigkeiten ebenfalls anschauen:


  • Torre del Mangia – Der berühmte Glockenturm neben dem Palazzo Pubblico mit grandioser Aussicht über die Stadt.


  • Basilika San Domenico – Eine beeindruckende Kirche mit enger Verbindung zur Heiligen Katharina von Siena.


  • Pinacoteca Nazionale – Das wichtigste Kunstmuseum der Stadt.


  • Fortezza Medicea – Eine grosse Festungsanlage mit Spazierwegen und schönen Ausblicken.


  • Die Contraden – Die historischen Stadtviertel von Siena, die bis heute das Leben der Stadt prägen.


  • und noch vieles mehr…



Zurück zu Woody


Da wir Woody nicht zu lange alleine lassen wollten und auch nicht wussten, wie schnell sich das Parkhaus im Laufe des Tages aufheizt, machten wir uns wieder auf den Rückweg.


Natürlich erneut über die legendären Rolltreppen.

Ganz ehrlich:

Fast hätten wir sie ein zweites Mal nur zum Spass benutzt.



Diesmal Autobahn statt Chiropraktiker


Für die Rückfahrt trafen wir eine wichtige Entscheidung.

Keine Landstrassen mehr.

Ein Genickbruch pro Tag reicht vollkommen.


Also wählten wir diesmal die längere Strecke über die Autobahn.


Unterwegs legten wir noch einen kurzen Umweg von etwa 15 Minuten am Rand von Livorno ein.

Dort befindet sich ein Einkaufszentrum mit Tiefgarage.

Perfekt für uns.


So konnten wir gemeinsam Lebensmittel einkaufen gehen, während Woody entspannt im kühlen Auto warten konnte.


Bei über 30 Grad kommt es schliesslich nicht infrage, den Hund irgendwo in der Sonne stehen zu lassen.



Zurück auf dem Campingplatz


Nach dem Einkauf ging es zurück zum Campingplatz.

Dort wurden zunächst sämtliche durch italienische Schlaglöcher verursachten Schäden begutachtet.

An Rücken. Nacken. Und sonstigen Gelenken.


In solchen Momenten merkt man schon, dass wir Schweizer mit unseren Strassen ein klein wenig verwöhnt sind.

Nur ein ganz kleines bisschen.



Ausblick auf die nächsten Tage


Laut Wetterbericht rollt nun eine ordentliche Hitzewelle über Europa.

Nicht nur die Schweiz bekommt ordentlich Sonne ab.

Auch hier in der Toskana steigen die Temperaturen munter weiter.


Die grosse Frage lautet deshalb:

Werden wir in den nächsten Tagen überhaupt noch die Energie aufbringen, unsere Campingstühle zu verlassen?

Oder beobachten wir die Toskana künftig einfach aus dem Schatten heraus?

Die Antwort gibt es im nächsten Ferienbericht.

Sobald wir wieder ausreichend abgekühlt sind.

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