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Österreich - 21.06.2025 - Wien - Kultur-Marathon

  • Autorenbild: Bummelroute
    Bummelroute
  • 21. Juni 2025
  • 5 Min. Lesezeit

⚠️ Spoiler vorweg:

Speed-City-Sightseeing mit körperlicher Ermüdungserscheinung. Mental aufgeladen, körperlich ausgelaugt. Ein Hoch auf das Schnitzel.



Aber jetzt mal von vorne…

Heute haben wir’s ruhig angehen lassen – naja, „ruhig“ im Rahmen unserer Möglichkeiten. Frühstück, Gähnen, Kaffee-Nachschub. Irgendwann gegen 11:00 Uhr kam dann doch so etwas wie Motivation auf. Ziel: Wiener Innenstadt. Heute mal ein neuer Teil der Stadt – das Gebiet rund ums Rathaus.



🅿️ Parken wie die Profis

Das Parkhaus Rathausplatz wurde unser Ziel – perfekt gelegen, kühl wie ein Weinkeller (wir sind mal wieder im 4. UG… Hund sei Dank), und mitten im Geschehen.


Kaum angekommen, wird’s bei Cindy plötzlich still. Alarmstufe Rot: WC-Situation eskaliert. Martin sprintet los wie ein Orientierungsläufer auf Speed, findet aber nix. Gar nix. Öffentliche Toiletten? Keine auf den ersten Blick gefunden.



🚻 Mission Impossible: WC-Edition

Letzte Hoffnung: Rathauskeller. Da steht zwar „nicht öffentlich“, aber hey – Not kennt kein Gesetz. Wir schleichen uns rein. Keine Menschenseele am Empfang, Jackpot! Und: Der Ausflug lohnt sich – wir landen in einem beeindruckenden Gewölbekeller, ein richtig schickes Restaurant, in das man als Normalsterblicher vermutlich nie kommt.

Beim Rausgehen ist der Empfang dann plötzlich besetzt – wir nicken freundlich und ziehen Leine. Mission erfüllt.




⛪️ 1. Stopp: VOTIVKIRCHE – Gotik at its best


Schon von weitem sticht sie ins Auge: die Votivkirche – mit ihren zwei 99 Meter hohen Türmen. Erbaut im neugotischen Stil als Zeichen des Dankes, nachdem 1853 ein Attentat auf Kaiser Franz Joseph I. scheiterte. Sein Bruder, Erzherzog Ferdinand Maximilian, ließ die Kirche daraufhin errichten.


Und diese Kirche ist wirklich ein architektonisches Gedicht.

Innen riesige bunte Fenster, feinste Steinmetzkunst, außen majestätisch wie ein gotisches Kunstwerk.


👉 Über dem Portal sieht man arabische Schriftzeichen. Warum? Die Votivkirche hat eine Ausstellung zur „Orientalismus“-Debatte integriert, ein Zeichen für interkulturellen Dialog. Hier treffen christliche und orientalische Motive bewusst aufeinander.


Im Inneren liegt ein echter „Schatz“: Sarkophag von Niklas Salm, der 1529 Wien erfolgreich gegen die Osmanen verteidigte. Historische Wucht trifft gotische Schönheit.



🏫 2. Stopp: DAS WIENER RATHAUS – Gothic für Beamte



Ein echtes Highlight: Das imposante Rathaus im neugotischen Stil, erbaut zwischen 1872 und 1883.

Spaßfakt am Rande: Der Rathausmann, eine knapp 3,5 Meter hohe Statue, steht auf dem Hauptturm. Er stellt einen Ritter mit Hellebarde dar und ist ein beliebtes Wiener Wahrzeichen. Eigentlich sollte der Turm des Rathauses niedriger als jener der Votivkirche sein – aber dank der Statue hat man elegant „geschummelt“.

Leider konnten wir nicht näher ran, da rundherum gerade das Film Festival aufgebaut wird und somit eine Grossbaustelle davor ist.




👨🏼‍⚖️ 3. Stopp: DAS PARLAMENT – Demokratie in Säulenform


Das österreichische Parlament sieht aus wie ein griechischer Tempel. Kein Zufall – Architekt Theophil Hansen orientierte sich am Stil der Antike, denn: Hier regiert die Demokratie.


Davor steht die monumentale Pallas-Athene-Statue – Göttin der Weisheit. Die Symbolik ist klar: Wer hier regiert, sollte klug sein. (No pressure.)


Kurios: Die Stufen des Parlaments dienten früher als Treffpunkt für Demonstrationen – heute ist alles renoviert und interaktiv. Man kann sogar an virtuellen Debatten teilnehmen.



🏛️ 4. Stopp: THESEUSTEMPEL – Antike im Pocket-Format


Mitten im Volksgarten steht der Theseustempel, ein Mini-Parthenon. Früher beherbergte er das Gemälde „Theseus besiegt den Kentauren“ von Canova – heute ist er Raum für wechselnde moderne Ausstellungen.


Aktuell drin:

„Washerwomen“ von Shannon Alonzo – ein Zusammenspiel von Harz, Bienenwachs, Wäscheklammern und der schimmernden Oberfläche von Wasser. Kein Porträt einer bestimmten Person, vielmehr ein Körper ohne Kopf - ein Archetyp „karibischer Frauen“. Ein Denkmal an die schwere häusliche Arbeit der Frauen. Ein starker Kontrast zum klassischen Tempelrahmen.


Davor steht übrigens eine nackte Statue: „Der Jüngling“, auch genannt „Jugendlicher Theseus“. Dezent freizügig, sehr fotogen.




🦸🏼‍♂️ 5. Stopp: HELDENPLATZ & HOFBURG – Kaiser trifft Helden


Der Heldenplatz ist einer der geschichtsträchtigsten Orte Wiens. Von hier sprach Hitler 1938 den „Anschluss“ Österreichs aus – ein düsteres Kapitel.


Daneben die Hofburg – einst Residenz der Habsburger, heute ein Komplex aus Museen, der Nationalbibliothek, der Schatzkammer und der Hofreitschule.

Die Schatzkammer wäre eigentlich auf unserer Liste gewesen, war uns aber für 18 Euro pro Person Eintritt doch ein wenig zuviel.


Einfach majestätisch. Wir lassen vieles links liegen – aus Zeit- und Kostengründen.




📚 6. Stopp: PRUNKSAAL DER NATIONALBIBLIOTHEK – Bücherporn Deluxe


Hier gönnen wir uns den Eintritt (11 €) und umgehen die lange Schlange dank Online-Tickets.

Drinnen: Atemberaubend. 200.000 antike Bücher, Fresken von Daniel Gran, Globen, Marmorstatuen – und eine Atmosphäre, als würde man gleich Mozart begegnen.

Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus.


Einziger Minuspunkt: Hitze und Touristenmassen (wie das wohl in der Hauptsaison hier ist?). Aber: Unbedingt sehenswert! (wer auf solche Einrichtungen steht)




⛲️ 7. Stopp: „MACHT ZUR SEE“ – Brunnen mit Power


Vor dem Justizpalast steht dieser barocke Brunnen. Dargestellt wird Österreichs Seemacht im 18. Jahrhundert – ein bissl größenwahnsinnig, wenn man bedenkt, dass Österreich kaum Küste hatte. Aber hey – Träume darf man haben.



🎠 8. Stopp: SPANISCHE HOFREITSCHULE & SISSI-MUSEUM


Hier nur Sightseeing von außen – Martin mag keine Pferde, und von Sissi haben wir gestern schon genug gesehen. Wer will, kann hier kaiserliche Pferdedressur live erleben – oder in Sissis Leben abtauchen.



9. Stopp: KAISER JOSEPH II – Der aufgeklärte Reformer auf dem Pferd


Die Statue von Kaiser Joseph II. steht prominent auf dem Josefsplatz – und das nicht zufällig. Schließlich trägt der Platz seinen Namen.

Er wurde oft als „der erste Diener des Staates“ beschrieben – und das war keine leere Floskel. Joseph II. reiste inkognito durch sein Reich, um Missstände zu sehen, und führte zahlreiche Sozialreformen durch.

Es ist das erste Reiterstandbild Wiens – und unterscheidet sich bewusst vom typischen „militärischen Heldenpathos“. Kein Schwert, keine Schlachtenpose – sondern Aufklärung und Vernunft im Sattel.




9. Stopp: KAISER FRANZ I – Denkmal mit Stil

Mitten im Innenhof der Hofburg thront er auf einem Sockel: Franz I., Ehemann von Maria Theresia, in philosophischer Pose. Das Denkmal ist ein Werk von Pompeo Marchesi – und irgendwie der ruhige Gegenpol zum pompösen Palast.



Fazit: 3 Stunden – 9 Highlights – 1000 Schritte zu viel

Wien ist wunderschön. Wien ist groß. Und Wien ist… fordernd.

Wir hätten noch so viel auf der Liste:



Unsere Wien-To-View Liste (fürs nächste Mal):


  • Hundertwasserhaus – Bunt, schief, kreativ. Architektur mal anders.

  • Kapuzinergruft – Hier ruhen die Habsburger. Gruselig & faszinierend.

  • Prater mit Riesenrad – Das Wiener Wahrzeichen schlechthin.

  • Naschmarkt – Foodie-Paradies mit internationalem Flair.

  • Haus der Musik – Interaktives Museum, besonders für Kinder spannend.

  • Wiener Zentralfriedhof – Ruhestätte großer Namen (Beethoven, Falco…)

  • Globenmuseum – Das weltweit einzige seiner Art.

  • Uhrenmuseum – 700 Uhren und kein einziger Wecker.

  • Donauturm – Beste Aussicht auf die Stadt (wenn die Beine noch mitmachen)

  • Und viele mehr….



Weiter Impressionen von Wien



Finaler Akt: SCHNITZEL ALARM!


Letzter Stopp vor dem Kollaps: Restaurant Centimeter – typisch Wiener Küche, Riesenschnitzel, frittierte Glückseligkeit.

Service top, Essen top, Stimmung top. Empfehlung: Hingehen. Und dann rollen.



Morgen? Ruhetag. Verdient. Punkt.

Was wir danach machen? Tja, gute Frage. Aber eins ist sicher:

Wien, wir kommen wieder. Und das ist ein Versprechen.





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